Hinweise und Vorgaben für das Schreiben einer Ausarbeitung (Abschlußarbeit)
Letzte Änderung am 20.11.2006
... wird kontinuierlich weiter ergänzt ...
Aufbau und Gliederung
(insbesondere für Diplom-, Master- und Bachelor-Arbeiten)
- Titelseite
(mit Titel der Arbeit in deutscher und englischer Sprache)
- Kurzzusammenfassung (Abstract)
Auf ca. 1/3 A4-Seite beschreibt man, worum es geht
und was der wesentliche, neue Beitrag der vorgelegten Arbeit ist.
- Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
(gegebenenfalls mit Tabelle wichtigster Notationen und Abkürzungen,
Verzeichnis der Abbildungen etc.)
- Kapitel: Einleitung (Introduction) und Motivation der Arbeit
Auf wenigen Seiten beschreibt man
Hintergrund der Arbeit, und Zielsetzung (was erreicht, entwickelt, implementiert
werden soll und warum)
und gibt eine kurze Übersicht über die Inhalte der nachfolgenden Kapitel.
Beispiele:
- Dissertation:
Ziel: Zur Entdeckung neuer Wasserwege nach Indien soll ein neuer Schiffstyp
entwickelt, gebaut und getestet werden.
- Diplom-, Master-, Bachelor-Arbeit:
Ziel: Für ein (neues oder bestehendes) Schiff soll ein neues Ruder oder ein neues Segel oder ...
entwickelt, implementiert und getestet werden.
- Kapitel: Stand der Forschung (und ggf. der Technik)
Explizite Beantwortung folgender Fragen im Text:
- An welchen Fragestellungen wird geforscht und
was gibt es schon (am Fachgebiet, in Deutschland und weltweit)?
- Was gibt es noch nicht? Wo ist
Forschungs- und Entwicklungsbedarf?
Welcher Forschungs- und Entwicklungsbedarf wird in
dieser Arbeit angegangen?
- Welches sind die direkten,
nationalen und internationalen
"Konkurrenten", zu den in der
durchgeführten Arbeit untersuchten Methoden
(bzw. Systeme)?
- Man sollte sich auch klar darüber sein, welches
die wichtigsten internationalen Konferenzen auf dem Gebiet der
Arbeit und welches die wichtigsten Fachzeitschriften sind,
denn aus diesen wird man hier die wichtigsten Referenzen zum
Stand der Forschung zitieren.
-
Die Auswahl der Literaturangaben und Referenzen zum Stand der Forschung muss
sehr sorgfältig erfolgen,
von den grundlegenden Anfängen über die wichtigsten
Weiterentwicklungen bis zum heutigen Stand.
Damit demonstriert man als Autor auch den Lesern (und insbesondere den
Gutachtern der Arbeit), dass man
die Fachliteratur auf diesem Gebiet von den Anfängen bis heute und die
dahinter liegenden Entwicklungen genau kennt.
Zur Eigenkontrolle:
Sind die Antworten auf obige Fragen aus dem Text des von Ihnen
erstellten Kapitels zum Stand der Forschung für den Leser
leicht entnehmbar?
Hinweis:
"Stand der Forschung" und "Stand der Technik" sind nicht dasselbe
und haben sehr unterschiedliche Bedeutung:
Dem "Stand der Technik" liegt in der Regel ein Teil des Stands
der Forschung von vor 5 bis 10 Jahren zugrunde,
welcher heute z.B. in weithin verbreitete und akzeptierte,
kommerzielle Produkte oder Werkzeuge
integriert ist.
Der "Stand der Forschung" bezeichnet den aktuellen Stand,
wie dieser z.B. in aktuellen, wissenschaftlichen Fachkonferenzen und
wissenschaftlichen Fachzeitschriften dokumentiert ist.
- (ggf. mehrere) Kapitel zur Darstellung der in der Arbeit
untersuchten bzw. entwickelten Methoden, Verfahren, Algorithmen, Software, Robotersysteme oder -komponenten, ...
- Kapitel: (Theoretische und/oder numerische und/oder experimentelle) Ergebnisse
- Beschreibung,
- Analyse,
- Diskussion und Bewertung
der erzielten theoretischen und/oder numerischen
und/oder experimentellen Ergebnisse für
exemplarische Problemstellungen. Dies muss in einer Weise
erfolgen, die die Nachprüfbarkeit der Ergebnisse
prinzipiell ermöglicht.
- Kapitel: Zusammenfassung und Ausblick (Conclusions and Outlook)
Auf ca. 1 Seite Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse
(was wurde erreicht und was nicht und warum),
die in der Arbeit erzielt wurden,
und (gegebenenfalls) Ausblick auf mögliche, auf den Ergebnissen
aufbauende bzw. weiterführende Entwicklungen und Untersuchungen
noch offener Fragestellungen.
- Literaturverzeichnis (References, Bibliography)
-
Angabe aller verwendeten Quellen,
wissenschaftlichen Artikeln,
Webseiten etc.
(gegebenenfalls mit Index von Fachbegriffen und Stichwörtern);
-
ein (notwendiger, nicht hinreichender) Test auf
Vollständigkeit des Literaturverzeichnisses ist es,
wenn auch die wichtigsten Forscher und Forschergruppen auf dem Gebiet der Arbeit
müssen mit Referenzen hier auftauchen
(auf die z.B. vom Kapitel "Stand der Forschung" verwiesen wird).
-
(ggf.) Anhang
Detailinformationen z.B. zur Softwareimplementierung und -benutzung,
zu speziellen, mathematischen Formeln,
zur Durchführung der numerischen oder experimentellen Untersuchungen
etc.
Weitere Hinweise und Vorgaben
-
Vorbereitung: Schon beim frühesten Beginn einer Diplom-, Master- oder Bachelor-Arbeit
Ideen und Anregungen über Aufbau und Form bei guten und sehr guten früheren Arbeiten holen
(Betreuer fragen, Bibliothek etc.).
-
Darstellungweise und Umfang:
-
Text und Formulierung:
-
Der verwendete Text sollte so lang wie nötig und so kurz wie
möglich sein.
D.h. keine unnötig langwierigen Formulierungen und
keine schon lange bekannten Tatsachen und Weisheiten lang und breit
wiederholen.
Stattdessen neue Erkenntnisse und eigene Beiträge klar herausstellen.
-
Abkürzungen nur verwenden, wenn sie zuvor eingeführt worden sind.
-
Die schriftliche Arbeit soll nicht nur ein Nachweis der (sehr) guten fachlichen sondern
auch ein Nachweis der sprachlichen und kommunikativen Fähigkeiten sein.
Daher gelten für die Verwendung von Anglizismen in deutschen Texten folgende Regeln:
Englische Vokabeln dürfen als den deutschen Vokabeln gleichgesetzte nur
dann verwendet werden, wenn dies in der aktuellen Ausgabe des Duden
auch so dargestellt ist.
In allen anderen Fällen sind unverzichtbar erscheinende,
englische Fachbegriffe mindestens mit einem deutschen Fachbegriff bzw. einer deutschen
Umschreibung als Fußnote oder in Klammern zu ergänzen.
Selbstverständlich sollen relevante deutsche Fachbegriffe
umgekehrt auch in Klammern oder Fußnoten
mit den englischen Fachbegriffen ergänzt werden.
-
Die Ausarbeitung ist ein wissenschaftliches Dokument. Es sollten darin
keine persönlichen Empfindungen aufgeführt werden. Auch Formulierungen wie "Ich habe den Code entwickelt" sollen vermieden werden; statt desssen besser "Im Rahmen der Arbeit wurde der Code entwickelt" verwenden.
Persönliche Einschätzungen
(welche Programmiersprache ist besser geeignet o. ä.)
müssen immer durch sachliche
und fachliche Argumente belegt werden.
-
Beispiele verwenden:
Zur Erläuterung komplexer Zusammenhänge spielen (gut
ausgewählte, einfache) Beispiele
eine wichtige Rolle. Also nicht nur bei den Ergebnissen (anspruchsvolle)
exemplarische Problemstellungen beschreiben und untersuchen,
sondern auch bei den Kapiteln zum
Stand der Forschung und zur Darstellung der entwickelten Methoden und
Verfahren etc..
-
Aussagefähige Grafiken und Illustrationen
sind zur Darstellung von Ergebnissen
aber auch von Konzept, Methoden, Zusammenhängen etc. unerläßlich.
Gute Grafiken und Illustrationen können mehr aussagen und schneller
vermitteln als zig Seiten Text und bleiben darüber hinaus besser im
Gedächtnis der Leser haften. Jede Grafik oder Tabelle sollte nach Möglichkeit eine Unterschrift und damit (automatisch) eine eindeutige Nummerierung bekommen. Im Text sollte auf diese eindeutige Nummerierung verwiesen werden, damit klar ist, zu welcher Textstelle die Grafik oder Tabelle gehört.
Wichtig:
Bei Abbildungen, die nicht vom Autor selbst stammen, muß unbedingt
die Quelle gut sichtbar angegeben werden,
am besten in der Bildunterschrift als Referenz,
z.B. "(Autorname [x])"
und [x] verweist auf das Literaturverzeichnis,
wo die Bildquelle (Publikation oder Webseite oder ...)
korrekt und vollständig angegeben ist.
-
Empfohlener Seitenumfang bei Diplomarbeiten 50 - max. 80 Seiten (ohne Anhang)
und bei Dissertationen 80 - 120 Seiten (ohne Anhang, Inhalts- und Literaturverzeichnis).
-
Layout:
-
Die Erklärung zur selbständigen Anfertigung einer Diplom-, Master- oder
Bachelor-Arbeit sollte nach dem Titelblatt, vor dem Inhaltsverzeichnis
eingefügt werden. Sie ist nur in den Exemplaren notwendig, die für eine
Beurteilung der Prüfungsleistung verwendet werden.
-
Der Zeilenabstand in der Arbeit sollte 1 Zeile (wie normal) betragen (kein 1.5facher Zeilenabstand).
-
Schriftgröße bei A4-Seitenformat 12 oder 11 Punkt, aber nicht kleiner.
-
Endkorrektur:
Die schriftliche Ausarbeitung vor der Abgabe von Bekannten, Freunden, ... Korrektur lesen lassen!
Und zuvor Rechtschreibfehlerüberprüfung mit entsprechender Software
durchführen!
-
Die fertige Arbeit sollte für alle Betreuer (und ggf. weitere Mitarbeiter auf Wunsch)
in ausgedruckter und (spiral-)gebundener Form zur Verfügung gestellt werden.
-
Pflichtabgabeexemplare:
-
als Hartkopie gebunden (Spiral- oder Klebe-Bindung, ggf. Anforderungen der
Prüfungsordnung beachten)
-
und
zweiseitig bedruckt
(d.h. Vorder- und Rückseite bedruckt und nicht einseitig,
nur die Vorderseite bedruckt und die Rückseite leer, was einen
reduzierten Lesekomfort sowie unnötigen Platzbedarf im Regal
sowie unnötigen Papierverbrauch bedeutet)
sowie
-
in elektronischer Form
(als PDF-Datei inklusive der in der Arbeit entwickelten Software).
-
Auf dem Rücken des gebundenen Exemplars müssen
Name des Verfassers und (Kurz-)Titel der Arbeit stehen
(kann z.B. auch mit Klebstoff und/oder Tesafilm befestigt werden).
-
Außerdem Erklärung der Zustimmung oder der Ablehnung zur elektronischen
Veröffentlichung der PDF-Datei der Arbeit auf einem Server
des Fachgebiets, des Fachbereichs oder der Technischen Universität Darmstadt.
-
Abschlußvortrag über eine Diplom-, Master- oder Bachelorarbeit:
-
Allgemeine Hinweise zu Vorträgen und
Präsentationen beachten.
-
Im Vortrag klar herausstellen, was es schon gibt bzw. vor Beginn
der Arbeit gab und was neu bzw. im Rahmen der Arbeit von einem selbst
entwickelt wurde.
-
Im Vortrag auch die wichtigsten Quellen in Kurzform angeben.
... wird kontinuierlich weiter ergänzt ...
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